Kissmer, der in einem alten Eisenbahnhebeturm am Niederrhein lebt und arbeitet, wurde 1951 in Duisburg geboren. Von 1971 - 1976 studierte er an der Folkwangschule in Essen und ist seitdem freischaffend tätig. Parallel dazu spielte er bis 1980 noch in einer Rockmusikband.
Einziges Thema der Arbeiten Kissmers ist der weibliche Körper. Dieser wird jedoch nicht als reines Aktbild "zur Schau gestellt". Kissmer umhüllt den immer gesichtslosen Körper mit zarten Stoffen, mit fließenden Tüchern. Die zentralen Formen des Körpers werden auf diese Weise in den Mittelpunkt gerückt und versprühen einen Hauch dezenter Erotik.
Kissmers Arbeiten wirken auf den Betrachter fotorealistsich, sie sind es aber nicht. Kissmer malt den Körper, wie er seiner Ansicht nach sein sollte, nicht wie er ist. Insofern ist Kissmer trotz seiner realistischen Darstellungstechnik ein Idealist, surreale Tendenzen fließen in seine Bilder mit ein. Unterstrichen wird dies durch die gesichtslose Anonymisierung seiner Bilder, auch wenn er nur ein einziges Modell kennt: seine Lebensgefährtin Beate.